Das Mehrheitsparadox oder: Schwarmdummheit

Menschen brauchen Orientierung und Menschen trachten, evolutions- und erziehungsbedingt, nach Zugehörigkeit, wie nicht nur etwa das Asch-Experiment oder die Arbeiten von Edward Bernays, dem „Vater der Public Relations“, eindrücklich belegen. Mode- und Meinungs-Trends führen uns dies täglich vor Augen. Menschen verhalten sich in der einen oder anderen Art und Weise, weil sie glauben, dass das „die anderen“ gut finden. Dazugehören ist alles, denn Dazugehören ist (gefühlt) überlebenswichtig. Wer aus der Gesellschaft ausgestoßen wird, ist verloren. Wer kritisch ist, muss zumindest bereit sein, Nachteile in Kauf zu nehmen. Wer sich zu sehr vom „Normalen“ entfernt, wird leicht zum Sonderling, zum Außenseiter oder gar zum „Nestbeschmutzer“. Diese „Mechanik“ gilt auch im Unternehmen, in der Organisation, im Team. Sie führt dazu, dass Menschen auch gegen eigene Bedenken oder gar besseres Wissen, das als ihre Meinung kundtun wovon sie glauben, dass es opportun ist. Kritisches Hinterfragen und „Gegenhalten“ bleiben auf der Strecke. Das Problem an der Sache ist, dass ein „Meinungseinheitsbrei“ entsteht, der keine Konturen hat und keine fundierte Basis. Möglicherweise werden wesentliche Inhalte nicht diskutiert, wichtige Aspekte ignoriert…

Dabei weiß keiner, ob seine Vermutung davon, was die anderen Denken überhaupt stimmt. Es erinnert etwas an Paul Watzlawick`s Geschichte mit dem Hammer. Wenn ich annehme, dass der andere annimmt, dass ich annehme… und weder den Mut habe zu sagen, was ich wirklich empfinde und denke, noch dem anderen Raum gebe, Vertrauen schenke und Mut mache zu sagen, was er wirklich fühlt und denkt, führen wir Scheindialoge mit möglicherweise verheerender Wirkung. Sebastian Herrmann spricht in diesem Zusammenhang vom Mehrheitsparadox.

Wenn Menschen Ansichten haben, die dem was als Konsens gilt (oder dafür gehalten wird) widersprechen, glauben sie oft, dass ihre Ansichten untypisch sind, vielleicht sogar unerwünscht, obwohl diese in Wirklichkeit von vielen unausgesprochen geteilt werden. Das kann in Organisationen, in Unternehmen und Teams fatale Folgen haben, sowohl für das Miteinander als auch für Sachentscheidungen.

In Anlehnung an die Schwarmintelligenz aus dem Tierreich, könnte man hier von potentieller „Schwarmdummheit“ sprechen, die es unbedingt zu vermeiden gilt.

 

“Schwarmintelligenz“ in der Moderation

Eine Aufgabe des Moderators, der Moderatorin ist es, die „Mehrheitsparadox-Falle“ zu umgehen oder zumindest zu versuchen sie zu minimieren. Wie kann das gelingen?

Die „Weisheit der Gruppe“ kann beispielsweise durch Maßnahmen gefördert werden, wie:

  • Verschriftlichung
    Die klassische (anonyme) Kartenabfrage ermöglicht das Benennen von Themen oder Aspekten die kritisch sind oder möglichherweise „nicht gern gehört“ werden. Da die Nennungen beim Sichten und Ordnern keiner Person zugeordnet werden, ist es „ungefährlich“ offener zu sein, als man es wäre, wenn man sich (etwa bei einer Abfrage auf Zuruf) vor der ganzen Gruppe äußern müsste. Entscheidend ist hier die Einstiegsfrage für diesen methodischen Schritt. Eine Frage, wie: „Was sollte für… unbedingt (auch) in den Blick geraten?“ oder „Was müssen wir besprechen und was sollte unbedingt auch auf die Agenda?“ gibt Freiheitsgrade und steigert die Wahrscheinlichkeit, dass auch „unbequeme“ Aspekte benannt werden.
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  • Kleingruppen
    Kleine Gruppen erleichtern Offenheit. Schon im Schritt „Sammeln“ eines Moderationszyklus‘ kann mit Kleingruppen gearbeitet werden. Beispielsweise können die, zur anstehenden Fragestelung, zu erörternden Themen – statt mit einer Kartenabfrage direkt – indirekt in kleinen Gruppen gesammelt und anschließend im Plenum geclustert werden.
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  • Stille einbeziehen
    Gruppengespräche werden oft von rhetorisch starken Teilnehmern, extrovertierten Vielrednern oder „Hierarchen“ dominiert. Soll ein Dialog nicht zum Selbstgespräch oder Vortrag werden, gilt es diese Teilnehmer „einzubremsen“. Es gilt Stille/re, die durch Laute/re an den Rand des Gesprächs gedrängt werden, direkt anzusprechen und nach ihrer Meinung, Erfahrung, Sicht… zu fragen. Bedenken, Kritik, ungewöhnlich anmutende Vorschläge… müssen ernst genommen werden und ebenfalls Raum bekommen.
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  • Advocatus Diaboli
    Der Begriff beschreibt eine Person, die in einer Diskussion oder einem Projekt bewusst die Gegenposition einnimmt, um Argumente kritisch zu hinterfragen, Schwachstellen aufzudecken und Entscheidungen abzusichern. Ist es im Rahmen einer Moderation „gespenstisch harmonisch“, hat man also das Gefühl, dass die Teilnehmer mit Bedenken… hinterm Berg halten oder werden divergierende Meinungen „abgeschmettert“, kann eine methodische „Yin-Yang-Einheit“ mit einer expliziten „Gegenrunde“ für Ausgleich sorgen, zusätzliche Aspekte sichbar machen und Offenheit fördern.
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  • Six Hats
    Wenn es darauf ankommt, möglichst viele Facetten einer Thematik in die Tiefe zu eruieren, können die sechs „Denkhüte“ von Edward de Bono als Kreativitäts- und Dialogmethode, eingesetzt werden. Diese Methode hilft Teams, ein Problem systematisch aus sechs verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Dabei wird für jede Perspektive eine andere Farbe verwendet, wie etwa blau für ordnendes, strukturiertes Denken und rot für emotionales Denken und Empfinden… Von der Moderation her ist es dann so, dass beispielsweise alle gleichzeitig symbolisch denselben „Hut“ aufsetzen und das Thema aus der jeweiligen Perspektive betrachten oder die Farben werden unter den Teilnehmer aufgeteilt oder aber jeder sagt, bevor er einen Beitag einbringt, welchen Hut er gerade auf hat. Sinn und Zweck der Methodik ist es, gedankliche Freiheitsgrade zu gewähren und Mut zum „Querdenken“ zu machen, um so möglichst viele Facetten der jeweiligen Thematik zu erfassen und thematische „Einäugigkeit“ zu vermeiden. [wikipedia]
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Ist man in der Rolle des Moderators in der Lage, auf dieser Klaviatur zu spielen und die eine oder andere Methode gezielt einzusetzen, hat man gute Chancen, ungewollte „Schwarmdummheit“ zugunsten einer möglichst ganzheitlichen Betrachtung zu vermeiden und wertvolle Dialoge zu ermöglichen.

Viel Erfolg bei der Nutzung der „Weisheit der Gruppe“
wünscht Ihnen/Euch/Dir,

Josef W. Seifert

 

PS: Ich gendere in diesem Text aus 3 guten Gründen nicht, hoffe und wünsche aber, dass Ihr, liebe Leser und Leserinnen, das tolerieren könnt.

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Lesetipp: SixSteps Facilitation


© MODERATIO 2026

Auch Methoden haben eine Seele
– The Art of Hosting

Manche sagen: Moderation, Facilitation und Hosting sind Begriffe, die sich inhaltlich voneinander so sehr unterscheiden wie, mit einem dicken Augenzwinkern formuliert, eine Kartoffel von einem Erdapfel. Auch, wenn immer wieder Unterschiede konstruiert werden, es handelt sich um ein und dasselbe „Ding“. Aber: Stimmt das? – Eine Begriffsklärung von Josef W. Seifert


Das Gemeinsame

Moderation, Facilitation und Hosting werden als drei Ansätze zur Gestaltung von Gruppendialogen gehandelt. Bei Licht betrachtet handelt es sich dabei aber gar nicht um drei unterscheidbare Ansätze der Dialog-Prozessgestaltung. Trotzdem verbindet die Begriffe mehr, als sie trennt. Die Gemeinsamkeit liegt darin, dass es jeweils um die Gestaltung ergebnisoffener Prozessbegleitung von Gruppengesprächen geht, die durch die Neutralität gegenüber sowohl den anwesenden Personen als auch den zu bearbeitenden Inhalten gekennzeichnet ist. Die Intension des Bemühens ist es jeweils, die Eigenverantwortung und Zusammenarbeit von Menschen zu stärken und wertvolle Dialoge zu ermöglichen.

Die Unterschiede

Mit den viel beschworenen Unterschieden zwischen Moderation und Facilitation ist es, wie mit Michael Ende’s Herrn Tur Tur, der aus der Ferne riesig wirkt, aber beim Näherkommen immer kleiner wird. Das heißt nur, wenn man Moderation auf formale „Sitzungsleitung“ reduziert und klassische Moderation – genauer Businessmoderation – als Facilitation bezeichnet, lässt sich ein Unterschied konstruieren. Verzichtet man auf dieses „Reduktionsmodell“, ist es so, dass Moderation und Facilitation schlicht der deutsche und der englische Begriff für ein und dasselbe sind, nämlich das Gestalten wertvoller Dialoge.

Mit Hosting, im Sinne von „Art of Hosting“ ist allerdings etwas anderes gemeint. Facilitation/Moderation ist kein Ansatz neben Hosting, sondern Bestandteil einer „Gastgebung“:

„Wir sprechen von Hosting (Gastgeber sein), weil es sich hier nicht um die typische Moderation oder Gesprächsleitung (Facilitation) handelt. Es berücksichtigt und kümmert sich um alle Aspekte des Zusammenarbeitens, damit die Menschen erfolgreicher sein können – so wie ein Gastgeber dafür Sorge trägt, dass seine Gäste alles haben, was sie für einen ergiebigen Besuch bei ihm brauchen.

Art of Hosting bietet eine Mischung einiger der kraftvollsten Methoden, offene und kreative Gespräche zu gestalten, die zu Commitment und guten Ergebnissen führen. Indem sie mit vielen partizipativen Verfahren – wie Kreisgespräch (Circle), World Café, Wertschätzender Befragung, Open Space Technology, Pro Action Café, Storytelling und anderen – arbeitet, können die Praktizierenden die Herangehensweise ideal an den Kontext und das jeweilige Ziel anpassen.“ [Art of Hosting]

Wollte man Moderation/Facilitation (also die Gesprächsprozessgestaltung im engeren Sinne) um Hosting im Sinne von „Gastgeber sein“ erweitern, so könnte man diesen Begriff gut für die Organisation zu moderierender Gruppenveranstaltungen verwenden wie etwa eine Open Space Konferenz oder ein BarCamp innerhalb dessen moderierte Sessions oder Mini-Workshops stattfinden. Hosting ist gleichsam das Gefäß, das Moderation/Facilitation  – unter Nutzung diverser ModerationsDesigns – beinhaltet.

 

Abb. Einodrdnung Hosting, Moderation/Facilitation

Fazit

Moderation, Facilitation, Hosting… welche Bezeichnung man für die Gestaltung und Begleitung eines Gruppendialogs auch immer wählt, entscheidend ist der Geist in dem die Zusammenkunft geleitet wird, die Haltung aus der heraus agiert wird. Dies gilt auch für die genutzen ModerationsDesigns, Moderationsmethoden und Kommunikationstechniken. Man könnte es auf den Punkt bringen indem man sagt: Auch Methoden haben eine Seele! Diese Seele der Methoden, entspringt der Grundhaltung der Moderatoren/Facilitator, die das Miteinander trägt.

 

Auch Methoden haben eine Seele.

Josef W. Seifert

 

Dabei ist „Hosting“ eine spezielle Form von Zusammenkunft, bei der gemäß dem Motto: „Vom Lernenden über die Gemeinschaft von Lernenden zur Gemeinschaft die lernt.“, besonders Gewicht auf „Community-Building“ gelegt wird. Die Bezeichnung eines moderierten Treffens wird in aller Regel einerseits dem Klientel und andereresits dem Sinn und Zweck des Treffens geschuldet sein. Ob es im Einzelfall mit Hosting, Workshop oder Großgruppe, BarCamp oder Zukunftswerkstatt benannt wird, ist nicht ausschlaggebend. Die Bezeichnung muss „anschlussfähig“ sein und zur Mitwirkung motivieren. Entscheidend ist, dass der Mensch im Mittelpunkt des Geschehens steht und die zielorientierte, gut strukturierte Moderation von Wertschätzung und Wohlwollen getragen ist.

 

Viel Freude und Erfolg!
Ihr/Euer/Dein

Josef W. Seifert

 

🟧 Lesetipp

10 zentrale ModerationsDesigns, Moderationsmethoden und Kommunikationstechniken:
Josef W. Seifert: SixSteps Facilitation – Designs, Methoden, Settings für professionelle Moderation – moderatiobooks 2025 – ISBN: 978-3-00-084367-9

Art of Hosting Handbuch 2019 – Den Gesellschaftlichen Zusammenhalt in Kommune, Kirche, Zivilgesellschaft gestalten – Thomans Uhlendahl, Sigirid Schöttle, Evangelische Akademie Bad Boll, Freiburg 2019


© Josef W. Seifert, 2026

Der Mensch ist Mittel. Punkt?

Ob man es Leitung, Moderation, Facilitation oder Hosting nennt, beim Management von Dialogprozessen – ob Präsenz oder Online – geht es in aller Regel darum, Informationen auszutauschen, Sachthemen zu beleuchten und Probleme zu lösen, die (noch) nicht an die KI delegiert werden können. Dazu werden Kolleginnen und Kollegen und vielleicht auch Gäste eingeladen, die zur Themenbearbeitung benötigt werden. Diese sind dann, bei Licht betrachtet, da sie ja nicht um ihrer selbst Willen zum Meeting eingeladen wurden, sondern wegen des Beitrags, den sie zu leisten vermögen, Mittel zum Zweck. Sind sie am Ende vielleicht nur noch Rädchen im Getriebe des Vorläufers der digitalen Problemlösearchitektur? Wo bleibt da der Mensch, wo bleibt das Menschliche? – Gedankensplitter von Josef W. Seifert

Das „Menschliche Element“ in der Moderation

Wenn man sich Paul Watzlawick’s zweites Axiom der Kommunikation vor Augen führt, wird unmittelbar klar, worum es geht. Sachlogik ist das Eine, das Menschliche das Andere. Das Komunikationsmilieu ist das Myzel des Dialogs. Die Beziehungsebene determiniert, was auf der Sachebene möglich ist. Wenn das Gefühl zwischen den Menschen nicht stimmt, ist Logik relativ, Möglichkeitsräume werden nicht erkundet, Zugeständnisse nicht gemacht.

Das Kommunikationsmilieu ist das Myzel des Dialogs.

Josef W. Seifert

In der Moderation geht es also neben der jeweils zu behandelnden Sache um das jeweilige Kommunikationsmilieu, den Umgang miteinander, das Beziehungsgeflecht zwischen den Menschen. Man könnte als „das menschliche Element“ jene Qualitäten und Handlungen bezeichnen, die über reine Technik und Methodik hinausgehen. Dazu gehören Haltung, Präsenz, Empathie, Authentizität und das situative Einfühlungsvermögen aber auch die Fähigkeit zur Allparteilichkeit und zur Klärung von Spannungen und Konflikten. Ziel ist es, um es mit Amy Edmondson zu sagen, „psychologische Sicherheit“ zu geben, das Gefühl, Risiken eingehen, Fragen stellen und Fehler zugeben zu können, ohne negative Konsequenzen fürchten zu müssen.

Das Menschliche zeigt sich in der Moderation an Dimensionen, wie:

  • Haltung und Präsenz: Eine innere Grundposition für Wertschätzung, Neugier und Neutralität beziehungsweise Allparteilichkeit, die sich in ruhiger, konzentrativer Präsenz zeigt.
  • Empathie und Feinfühligkeit: Die Fähigkeit, Stimmungen, unausgesprochene Bedürfnisse und verdeckte Konflikte in der Gruppe wahrzunehmen und situationsangemessen, sensibel darauf zu reagieren.
  • Authentizität und Glaubwürdigkeit: Echtes Interesse an den Menschen, Transparenz der eigenen Rolle und ein konsistentes, situtationsadäquat authentisches Auftreten.
  • Taktgefühl und Timing: Der richtige Moment für eine Frage, eine Unterbrechung, eine Zusammenfassung oder auch eine gezielte Provokation.
  • Körpersprache und Stimme: Ein bewusster Einsatz von Blickkontakt, Gestik, Tonlage und Sprechtempo um Sicherheit und Richtung zu geben.
  • Adaptivität im Moment: Die Fähigkeit, den geplanten Prozess situativ anzupassen, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren – also „Methodik im Dienst der Gruppe“ statt starrer, unflexibler Ablauf.

Kurz: Das menschliche Element ist das, was Moderation von bloßer, sachlicher Prozesssteuerung unterscheidet – es ist die Kunst, Menschen so zu begleiten, dass sie sich gesehen, verstanden und konstruktiv eingebunden fühlen. Gute Moderation verbindet beides: Sie beherrscht die Methodik sicher, lässt aber gleichzeitig Raum für das Lebendige – für Überraschungen, Emotionen und den „Flow“ der Gruppe.

Von Tamagotchi bis ChatGPT

Reduziert man das Menschliche in der Moderation auf den verbalen Teil der Kommunikation, so könnte dieser auch von KI-Agenten geleistet werden. Künstliche Intelligenz, also „Rechenleistung pur“ kann Verständnis, Empathie und Wohlwollen mimen. Und, man braucht nicht mehr viel Phantasie, sich diese Fähigkeit als Eigenschaft eines humanoiden Roboters vorzustellen, der dann als „künstlicher Moderator“ agiert. Dieser könnte dann auch noch den nonverbalen Teil der Kommunikation abdecken. Die Krux an der Sache bleibt, dass Artefakte und seien sie noch so gut gemacht, keine Menschen sind und eine menschliche Begegnung per se nicht möglich ist. Die Erkenntnis des kleinen Prinzen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“, gilt nur für Menschen.

Der Unterschied, der den Unterschied macht

Wie wir nicht nur von Schauspielern, sondern auch aus dem Alltag wissen, können Interesse, Nähe, Emotionen… auch „gespielt“ werden. Kommunikationstechniken, von Aktiv Zuhören bis Zirkulär Fragen können auch als Schauspiel- oder Manipulationstechniken missbraucht werden. Jedes „Ding“ hat zwei Seiten, so auch hier. Den Unterschied der, um es mit Gregory Bateson zu sagen, den Unterschied macht, ist die Intention, der Geist, die innere Haltung aus der heraus moderiert wird. Wird Interesse und Nähe nur gespielt, nur als seelenlose Technik missbraucht, ist der Schaden größer als der Nutzen. Moderatoren und Moderatorinnen dürfen keine „Maschinenmenschen“ sein, manipulativ, nicht erreichbar, aalglatt. Gefragt ist vielmehr „situationsangemessene Authetizität“, Zugewandtheit und aufrichtiges Wohlwollen.

Nur so kann psychologische Sicherheit entstehen, kollektives Vertrauen, dass man wertschätzend miteinander umgeht. Ein Kommunikationsmilieu, in dem Menschen ihre Meinungen frei äußern, kreative Lösungen entwickeln und sich sicher fühlen um ihre Stärken und Schwächen zeigen zu dürfen. Nur, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht, ist er nicht (nur) Mittel. Punkt.

 

🔴 Moderation braucht Haltung

 


Erstveröffentlichung: LinkedIn Juli 2026

© Josef W. Seifert 2026

 

MODERATIO: Ein Kurzportrait

Was sind die Faktoren, die MODERATIO zu einem führenden Anbieter für Moderation und Facilitation gemacht haben?

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1.  Frühe Spezialisierung und Pionierarbeit

MODERATIO wurde bereits 1987 gegründet und hat sich frühzeitig auf die professionelle Moderation / Facilitation von Meetings, Workshops, Großgruppenveranstaltungen und Change-Prozessen spezialisiert. Damit war MODERATIO einer der ersten Anbieter, der Moderation als eigenständige Dienstleistung und Profession im Business-Kontext etablierte.

2. Entwicklung und Verbreitung eigener Methoden

Mit der SixSteps® Moderationsmethode für Moderation / Facilitation hat MODERATIO einen strukturierten, praxisbewährten Ansatz geschaffen, der heute als Standard für die professionelle Leitung von Gruppenprozessen gilt. Diese Methode ermöglicht es, Themen zielgerichtet, effizient und partizipativ zu bearbeiten und ist zentraler Bestandteil der Trainings und Ausbildungen.

3. Breites, modulares Ausbildungsangebot

Die MODERATIO AKADEMIE bietet ein umfassendes, mehrstufiges Ausbildungsprogramm – von Kompakttrainings bis hin zum SixSteps Facilitator, dem MODERATIO® CERTIFIED PROFESSIONAL (MCP). Die Ausbildungen sind modular aufgebaut, praxisnah und sowohl für Einsteiger als auch für Profis geeignet. Es gibt spezielle Programme für Businessmoderation und Facilitation, Konfliktklärung und Großgruppenmoderation, sowohl in Präsenz als auch online.

4. Praxisorientiertes, erfahrenes Team

Das Team von MODERATIO besteht aus praxiserfahrenen Moderatoren / Facilitator und Beratern, die Unternehmen, Non-Profit-Organisationen und öffentliche Auftraggeber seit Jahrzehnten erfolgreich begleiten. Die langjährige Erfahrung und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Methoden sichern einen hohen Qualitätsstandard.

5. Ganzheitliche Beratung und Begleitung

MODERATIO bietet nicht nur Moderationstrainings und Facilitatortrainings, sondern begleitet Unternehmen umfassend bei Organisationsentwicklung, Change Management, Teamentwicklung und Konfliktklärung. Die Dienstleistungen sind individuell anpassbar und reichen von punktueller Moderation bis zur langfristigen Prozessbegleitung.

6. Professionalisierung des Berufsbilds

MODERATIO hat die Rolle des Moderators im Businessbereich als eigenständigen Beruf etabliert und die Ausbildung dafür maßgeblich geprägt. Das Unternehmen setzt sich dafür ein, Moderation / Facilitation als Schlüsselkompetenz für Führungskräfte, Projektleiter und Berater zu verankern.

Fazit:

MODERATIO wurde durch frühe Pionierarbeit, methodische Innovation (SixSteps®), ein differenziertes, praxisnahes Ausbildungsangebot, ein erfahrenes Team und die konsequente Professionalisierung des Berufsbilds zum führenden Anbieter für Moderation und Facilitation im deutschsprachigen Raum.

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Text: Dieser Text wurde von einer KI zusammengestellt.
Bild: pixabay.com / Pexels

Gendern sie noch oder schreiben sie schon lesbar?

Paul Watzlawick war nicht nur ein hervorragender Kommunikationswissenschaftler, sondern, wie ich im persönlichen Kontakt mit ihm mehrfach erleben durfte, auch ein sehr humorvoller, witziger „Typ“. Wieso ich das erzähle? Naja, wenn ich einen Text erarbeite und mir überlege, dass manche Leser und Leserinnen sich inklusive Sprache wünschen, andere aber die traditionelle Form bevorzugen, fällt mir seine Geschichte mit den zwei Hemden ein. Eine humorvolle Illustration des Phänomens der Doppelbindung (Double bind). Im Volksmund gibt es dafür den Spruch: „Wie man es macht, macht man es verkehrt.“

Langer Einleitung kurzer Schluss: Ich habe mich aus folgenden „3 guten Gründen“ für meine Texte, für die traditionelle Form entschieden:

  1. Die offizielle Sicht
  2. Verwechslung von Genus und Sexus
  3. Double bind

Hier kurz im einzelnen:

1. Die offizielle Sicht

Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat im Kontext der Neufassung des Regelwerks auch über das Thema „geschlechtergerechte Schreibung“ beraten und seine Auffassung bekräftigt, dass man alle Menschen mit geschlechtergerechter Sprache ansprechen soll. Dies sei eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden könne. Vor diesem Hintergrund betont der Rat für deutsche Rechtschreibung, dass Sonderzeichen im Wortinneren wie Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder andere, die die Kennzeichnung aller Geschlechtsidentitäten vermitteln sollen, nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie gehören und nicht in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung aufgenommen werden können. Sie seien derzeit nicht wissenschaftlich eindeutig zu begründen. 1

2. Verwechslung von Genus und Sexus

Die Verwechslung von Genus und Sexus beschreibt das häufige Missverständnis zwischen zwei unterschiedlichen Konzepten des Geschlechts:

Genus ist eine grammatische Kategorie und bezeichnet das grammatische Geschlecht von Nomen (z.B. Maskulinum, Femininum, Neutrum im Deutschen). Es ist eine sprachliche Formklasse, die nicht notwendigerweise mit dem biologischen Geschlecht übereinstimmt.

Sexus bezeichnet das biologische, physische Geschlecht einer Person oder eines Lebewesens (männlich, weiblich, gelegentlich auch Intersexualität).

Eine Verwechslung liegt vor, wenn man davon ausgeht, dass das grammatische Genus auch das physische (biologische) Geschlecht abbildet oder bestimmt. Das ist linguistisch falsch, denn das Genus ist unabhängig vom Sexus. Beispielsweise ist das Wort „Mädchen“ (ein weiblicher Mensch) grammatisch Neutrum, was keine Aussage über das biologische Geschlecht macht, sondern eine sprachliche Klassifikation ist.

Die Verwechslung ist besonders in der feministischen Linguistik oder in Sprachdebatten relevant, da oft angenommen wird, das Maskulinum sei männlich im biologischen Sinne, und dadurch sprachliche Diskriminierungen abgeleitet oder kritisiert werden. Linguistisch korrekt ist jedoch, dass das Genus eine abstrakte sprachliche Kategorie ist und nicht das reale biologische Geschlecht abbildet.

Außerdem zeigen Studien, dass Genus und Sexus nicht immer übereinstimmen und dass es gesellschaftlich und sprachlich auch Abweichungen oder bewusste Verstöße gegen Rollenbilder geben kann, z.B., wenn männliche Personen mit femininem Genus bezeichnet werden, um abwertend zu kennzeichnen, oder umgekehrt. 2

3. Double Bind

„Double bind“ meint doppeldeutige Botschaften. Der Empfänger einer doppeldeutigen Botschaft steht vor dem Dilemma, dass er nicht weiß, wie er sich verhalten soll, weil er nicht beide Botschaften gleichzeitig befolgen oder für wahr halten kann und ihm unklar ist, welche der Botschaften er beachten soll.

Paul Watzlawick erklärt dieses Dilemma recht anschaulich mit dieser kleinen Geschichte: Eine Frau schenkt ihrem Mann zwei Hemden. Der Mann möchte seine Dankbarkeit ausdrücken und zieht gleich eines der beiden Hemden an. Freudestrahlend begibt er sich zu seiner Frau, die ihn mit den Worten „Und das andere Hemd gefällt dir nicht?“ empfängt. Die Moral von der Geschicht’ lautet: 

Tu was Du willst, aber enttäusch mich nicht.

Am Rande: Das Buch „Wie wirklich ist die Wirklichkeit?“ von Paul Watzlawick (1976) enthält die theoretischen Grundlagen zur Doppelbindung und deren Bedeutung in der Kommunikation, auch wenn die konkrete „Hemden-Geschichte“ dort nicht wortwörtlich als ausführliche Parabel steht.

Zudem…

Schreibt man einen Text in der traditionellen Form, kann man dafür „gute Gründe“ anführen. Der für mich wichtigste Grund aber ist, dass der Text leichter zu schreiben und leichter zu lesen ist. Er kommt nicht so „sperrig“ daher, er ist einfach einfacher. Und hier halte ich es gerne mit Albert Einstein, der gesagt haben soll: „Man soll die Dinge so einfach wie möglich machen aber nicht einfacher.“.

Ich wünsche mir sehr, dass meine Texte auch für diejenigen leicht lesbar, attraktiv und hilfreich sind, die sich für eine alternative Schreib- und Lesevariante entschieden hätten. 

 

Wussten sie, dass es Zwerg:innen gar nicht gibt?

 

Herzlichst,
Ihr/Euer/Dein,

Josef W. Seifert

 


1. Kultusminister Konferenz; Anpassung des Amtlichen Regelwerks für deutsche Rechtschreibung: https://www.kmk.org/aktuelles/artikelansicht/anpassung-des-amtlichen-regelwerks-fuer-deutsche-rechtschreibung.html

2. Die ausführliche Fassung findet sich beim “Leibnitz-Institut für deutsche Sprache“ unter: https://grammis.ids-mannheim.de/systematische-grammatik/2276

 

KI Moderation: Eine illusorische Utopie?

Gedankensplitter von Josef W. Seifert –

Darüber, dass KI kein bloßer Hype, sondern ein tiefgreifender technologischer Wandel ist, dürfte Einigkeit bestehen. Darüber, dass dies einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel mit sich bringen wird, auch. Es fallen Tätigkeitsbereiche für Menschen weg. Ganze Berufe werden verschwinden. Für Moderation stellt sich die Frage, wie sich der Beruf des Moderators oder Facilitators verändern wird.

Was mit KI oder Künstliche Intelligenz bezeichnet wird, ist zwar nichts weiter als „Rechnerleistung pur“ und bedeutet, dass abhängig von den eingegebenen Daten und deren Qualität, Daten in Millisekunden, in gewünschter Form kombiniert und zur Verfügung gestellt werden können, dass man den Eindruck bekommen kann, dass der Computer „intelligent“ sei. Alle Tätigkeiten, die festen Regeln unterliegen, die man „nur“ zu kennen braucht, kann KI schneller und oft auch besser. Der elektronische Verkaufsberater, Steuerberater, Rechtsanwalt… sind längt keine Utopie mehr.

Was KI (schon) kann

Was TV- und Veranstaltungs-Moderation angeht, so kann KI bereits virtuelle Moderatoren, wie etwa „Tony“ erstellen, die Texte präsentieren, in Sprache umwandeln und visuelle Darstellungen generieren. Diese virtuellen Moderatoren können für Online-Veranstaltungen genutzt werden. Sie können sogar direkt mit dem Publikum interagieren.

Auch in der Businessmoderation wird KI bereits genutzt. Sie bietet vielfältige Möglichkeiten zur Unterstützung bei Online-Treffen sowie Präsenz-Meetings und Workshops und dies in allen drei Prozessphasen: Planung, Durchführung und Nachbereitung, dazu gehören:

Planung und Vorbereitung

  • Auswertung von Zahlen, Daten, Fakten
  • Auswertung von Vorab-Interviews
  • Aufbereitung von Informationsmaterial
  • Erstellung von Präsentationen
  • Skizzieren von Visual Guides

Durchführung

  • Visualisierung
  • Einstiegsabfragen
  • Unterstützung bei der Themensammlung
  • Thematische Zuordnung von Nennungen
  • Bewertung und Priorisierung von Themen
  • Bearbeitungsmethoden: Analyse, Kreativität…
  • Maßnahmenplanung
  • Abschlussabfragen

Nachbereitung

  • Analyse und Strukturierung von Ergebnissen
  • Erstellung von Zusammenfassungen, Protokollen und Berichten

Was KI (noch) nicht kann

Der aktuelle Stand der KI-Forschung ergibt, dass moderne KI-Systeme beeindruckende Fortschritte etwa hinsichtlich Sprachverarbeitung und Bilderkennung sowie Visualisierung gemacht haben, es gibt jedoch klare Grenzen. Grundsätzlich muss die Akzeptanz der Einbindung von KI-Systemen, durch die Teilnehmer sichergestellt sein. Datenschutz und der verantwortungsvolle Umgang mit Teilnehmerinformationen müssen gewährleistet sein. Auf dieser Basis kann der geübte Einsatz von KI-Tools die Moderation bereichern, die Moderatoren punktuell entlasten, die Ergebnisse verbessern. Dabei darf nicht aus dem Blick geraten, dass KI lediglich ein IT-Tool ist.

  • KI kann den Sinn und Zweck einer Moderation nicht definieren.
  • KI kann nicht eigenständig Ziele klären.
  • KI kann Daten analysieren, aber sie besitzt kein eigenes Verständnis davon.
  • KI kann Entscheidungsprozesse unterstützen, ihre Schlussfolgerungen beruhen jedoch auf Algorithmen, nicht auf intuitivem Denken.
  • KI kann (Lern-)prozesse optimieren, dies aber nur im Rahmen der eingegebenen Daten und deren Qualität.
  • KI hat weder Intuition noch Empathie.

Insgesamt zeigt sich, dass KI ein vielversprechendes Werkzeug zur Unterstützung der SixSteps-Workshop-Moderation ist, das die menschliche Expertise ergänzt, aber nicht vollständig ersetzt.

Heute ist nicht alle Tage…

Denkt man nun an die Kombinationsmöglichkeiten von KI und Robotik (neben den bekannten Unternehmen, wie Boston Dynamics oder Brett Adcock Figure oder Tesla, gibt es noch andere, von denen man bisher kaum gehört hat. Aus China kommt Unitree Robotics, auch Honda (Japan) ist vorne dabei), sowie Holographie (MixedReality, Microsoft HoloLens …), entstehen beeindruckende Artefakte. Künstliche Menschen, auf die Madame Tussauds vermutlich neidisch wäre. Diese „künstlichen Menschen“ sind dann optisch, realen Menschen zum verwechseln  ähnlich. Sie könn(t)en als Dummies oder Doubles nicht nur Online mit Menschen interagieren, sondern auch in realen Treffen. Was die Moderation von Meetings, Workshops und Großgruppen angeht, ist ein KI-Moderator also eine durchaus reale Utopie.

Fazit

Schließt man sich dem Physiker und Informatiker Emerson Pugh an, der sagt: „Wenn unser Gehirn so simpel wäre, dass wir es verstehen könnten, wären wir so simpel, dass wir es nicht könnten.“, ist die Vorstellung, dass KI jemals den Moderator ganz ersetzen kann, naiv. Der Co-Facilitator hingegen klopft schon an die Tür. KI kann heute bereits prozessbegleitend mitschreiben und morgen auch (mit)visualisieren. KI kann inhaltlich „mitdenken“ und unterstützen. KI bietet schon heute leistungsfähige Tools, die es für Online-Konferenzen, Workshops und Großgruppen zu nutzen gilt. 

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PS: Eine Anmerkung zum Gendern von Gerald Ehegartner

Bild pixabay / geralt

© MODERATIO 2025

Was, wenn der Weg gar nicht das Ziel ist?

von Josef W. Seifert –

Mit einem Meeting ist es, wie mit einer Straße. Wer den Auftrag hat, eine Straße zu bauen, sollte wissen, wohin… Anders ausgedrückt, wenn man für ein Meeting keine klare Zielsetzung hat, ist die zielgerichtete Moderation des Meetings schlicht nicht möglich. Um im Bild zu bleiben, könnte man sagen: „Straße“ ist kein Ziel, sondern ein Thema. Auch „Straße bauen“ ist kein Ziel, sondern das Vorhaben. Ein Ziel ist, was man am Ende hat, beziehungsweise haben möchte. Hier also „die gebaute Straße von A nach B“. Man könnte in diesem Fall – in Anlehnung an den chinesischen Philosophen Konfuzius – sagen: Der Weg ist das Ziel!

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Text das generische Maskulinum verwendet. Die verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich – sofern nicht anders kenntlich gemacht – auf alle Geschlechter.


Wer den Auftrag hat, eine Straße zu bauen, sollte wissen, wohin…

Was Meetings angeht, so braucht jedes Meeting ein konkretes Ziel und jeder Tagesordnungspunkt ebenso. Auch Redebeiträge können mit der Frage nach dem jeweiligen Ziel, das damit erreicht werden soll, in den Kommunikationsprozess eingeordnet werden.

Meeting: Ein Meeting hat, wie bereits skizziert, ein (messbares) Ziel. Die Arbeitsfrage lautet: Was haben wir, am Ende des Meetings? Einige Beispiele:

  • Wir haben uns zum aktuellen Stand unserer Arbeitspakete ausgetauscht. Jeder hat alle aktuellen Informationen.
  • Wir haben uns für einen Anbieter entschieden, mit dem wir die neue Datenbank realisieren werden.
  • Wir wissen, wie wir uns dem Thema KI nähern werden. Erste Schritte sind geplant.
  • Wir haben einen Überblick, über die Programm-Planung für das neue Jahr.
  • Wir haben alle Themen der jeweiligen Zielsetzung gemäß abgeschlossen.

Tagesordnungspunkt (TOP): Jedes Thema, das zur Besprechung eingebracht wird, braucht – auf einer, dem Gesamtziel untergeordneten Ebene – ebenfalls ein Ziel. Einige Beispiele:

  • Ich kenne als Inhaber der Rolle …, Eure Meinung zur anstehenden Entscheidung.
  • Ich habe Euch über den aktuellen Stand zu … informiert. Es sind keine Fragen offen geblieben.
  • Wir haben entschieden, ob wir auf der nächsten Fachmesse einen Stand haben werden.

Redebeitrag: Ist ein Redebeitrag nicht unmissverständlich „zum Thema“ oder ist nicht erkennbar, was der Sprecher damit bezweckt, muss das Ziel geklärt werden. Ein Beispiel:

  • Ich kann das grad nicht einordnen. Wieso sagst Du das jetzt? Was konkret möchtest Du klären?

Sowohl das Gesamtziel als auch die einzelnen TOP-Ziele müssen vorab, spätestens aber zu Beginn des Meetings, definiert werden. Werden die – innerhalb der Gesamtzielsetzung – zu bearbeitenden Themen, erst im Meeting gesammelt, muss nach dem Sammeln, entweder vor der Priorisierung der Themen, spätestens aber vor Bearbeitung des jeweiligen Themas das Ziel benannt oder definiert werden.

Ein Abgleiten in Exkurse, ein schleichender Themenwechsel, Selbstdarstellung und Scheindiskussionen, können so sehr gut „eingefangen“ werden.

By the way: Wenn es für eine sinnvolle Bearbeitung eines Tagesordnungspunktes notwendig ist, dass die Teilnehmer „im Thema“ sind, kann es erforderlich sein, vorab Informationen zu verteilen. Dabei ist es allerdings meist so, dass nicht alle Anwesenden dieses Material durcharbeiten konnten. Es kann also sinnvoll sein, eine „Infopause“ einzuplanen, in der die Teilnehmer sich (vielleicht in Zweiergruppen) zum jeweiligen Thema „schlau machen“ können.

Fazit: Das konsequente Arbeiten mit Zielen, strafft ein Meeting und erhöht den Nutzen immens. Zudem ermöglichen Ziele am Ende des Meetings einen kurzen Check, ob der jeweilige Weg auch zum intendierten Ziel geführt hat.

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Das Buch zum Thema: Besprechungen erfolgreich moderieren

Mehr unter: www.facilitation.com

© MODERATIO 2025

Don’t Worry, Be Happy !?

Gedankensplitter zum Jahreswechsel, von Josef W. Seifert –

Bobby McFerrin macht mir mit seinem Song „Don’t Worry, Be Happy“, auch und gerade in schwierigen Zeiten, immer wieder gute Laune, vielleicht auch etwas Zuversicht oder gar Hoffnung. Er vertreibt jeden Anflug von Traurigkeit, die keinen Platz hat, haben soll, haben darf. Man hat schließlich fröhlich zu sein, „gut drauf“, motiviert und leistungsfähig. Nur nicht „schlecht drauf“ sein oder gar …traurig. Aber manchmal reicht Bobby’s Apell nicht. Manchmal muss man Freude zulassen und manchmal muss man durch die Traurigkeit „hindurch gehen“.

In der Moderation gibt es das Design der Zukunftswerkstatt (Future Search). Dort gibt es die Phase der „Prouds and Sorries“. Die Teilnehmer tragen zusammen, worauf sie stolz sind und was sie bedauern – anders ausgedrückt: worüber sie sich freuen und worüber sie traurig sind. Darauf aufbauend planen sie in die Zukunft. Es gilt das zu Betrauernde zu erinnern, zu benennen, loszulassen und auf Erfolge aufzubauen, auf Stärken zu setzen, auf Visionen und die Hoffnung auf eine gute Zukunft.

Die Jahreswende ist vielleicht eine gute Gelegenheit für eine private „Zukunftskonferenz mit sich selbst“, mit all seinen „Prouds and Sorries“, aller „Joy & Sadness“. Dabei könnte man sich die Erfolge vergegenwärtigen, die man errungen hat und die zu würdigen und zu feiern man sich gar nicht die Zeit genommen hat. Und, man könnte Misserfolge betrauern und der Hoffnung auf eine gute Zukunft Raum geben…

Inge Wuthe hat diesen Gedanken zu einem Märchen gesponnen, das vielleicht ganz gut in die „Stade Zeit“ passt…


Das Märchen von der traurigen Traurigkeit

von Inge Wuthe

Es war eine kleine alte Frau, die bei der zusammengekauerten Gestalt am Straßenrand stehenblieb. Das heißt, die Gestalt war eher körperlos, erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen.

„Wer bist du?“, fragte die kleine Frau neugierig und bückte sich ein wenig hinunter.

Zwei lichtlose Augen blickten müde auf. „Ich… ich bin die Traurigkeit“, flüsterte eine Stimme so leise, dass die kleine Frau Mühe hatte, sie zu verstehen.

„Ach, die Traurigkeit“, rief sie erfreut aus, fast als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.

„Kennst du mich denn?“, fragte die Traurigkeit misstrauisch.

„Natürlich kenne ich dich“, antwortete die alte Frau, „immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet.“

„Ja, aber …“ argwöhnte die Traurigkeit, „warum flüchtest du nicht vor mir, hast du denn keine Angst?“

„Oh, warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selber nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst und dich so nicht vertreiben lässt. Aber, was ich dich fragen will, du siehst – verzeih diese absurde Feststellung – du siehst so traurig aus?“

„Ich…ich bin traurig“, antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.

Die kleine alte Frau setzte sich jetzt auch an den Straßenrand. „So, traurig bist du“, wiederholte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. „Magst du mir erzählen, warum du so bekümmert bist?“

Die Traurigkeit seufzte tief auf. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie vergebens versucht, doch…

„Ach, weißt du“, begann sie zögernd und tief verwundert, „es ist so, dass mich offensicht-lich niemand mag. Es ist meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und eine Zeitlang bei ihnen zu verweilen. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Aber fast alle reagieren so, als wäre ich die Pest. Sie haben so viele Mechanismen für sich entwickelt, meine Anwesenheit zu leugnen.“

„Da hast du sicher recht“, warf die alte Frau ein. „Aber erzähle mir ein wenig davon.“

Die Traurigkeit fuhr fort: „Sie haben Sätze erfunden, an deren Schutzschild ich abprallen soll. Sie sagen „Papperlapapp – das Leben ist heiter“, und ihr falsches Lachen macht ihnen Magengeschwüre und Atemnot.

Sie sagen „Gelobt sei, was hart macht“, und dann haben sie Herzschmerzen.

Sie sagen „Man muss sich nur zusammenreißen“ und spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken.

Sie sagen „Weinen ist nur für Schwächlinge“, und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe.

Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht spüren müssen.“

„Oh ja“, bestätigte die alte Frau, „solche Menschen sind mir oft in meinem Leben begegnet. Aber eigentlich willst du ihnen ja mit deiner Anwesenheit helfen, nicht wahr?“

Die Traurigkeit kroch noch ein wenig mehr in sich zusammen. „Ja, das will ich“, sagte sie schlicht, „aber helfen kann ich nur, wenn die Menschen mich zulassen. Weißt du, indem ich versuche, ihnen ein Stück Raum zu schaffen zwischen sich und der Welt, eine Spanne Zeit, um sich selbst zu begegnen, will ich ihnen ein Nest bauen, in das sie sich fallen lassen können, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, ist ganz dünnhäutig und damit nahe bei sich. Diese Begegnung kann sehr schmerzvoll sein, weil manches Leid durch die Erinnerung wieder aufbricht wie eine schlecht verheilte Wunde. Aber nur, wer den Schmerz zulässt, wer erlebtes Leid betrauern kann, wer das Kind in sich aufspürt und all die verschluckten Tränen weinen lässt, wer sich Mitleid für die inneren Verletzungen zugesteht, der, verstehst du, nur der hat die Chance, dass seine Wunden wirklich heilen.

Stattdessen schminken sie sich ein grelles Lachen über die groben Narben. Oder verhärten sich mit einem Panzer aus Bitterkeit.“

Jetzt schwieg die Traurigkeit, und ihr Weinen war verzweifelt.

Die kleine alte Frau nahm die zusammengekauerte Gestalt tröstend in den Arm. „Wie weich und sanft sie sich anfühlt“, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. „Weine nur, Traurigkeit“, flüsterte sie liebevoll, „ruhe dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Ich weiß, dass dich viele Menschen ablehnen und verleugnen. Aber ich weiß auch, dass schon einige bereit sind für dich. Und glaube mir, es werden immer mehr, die begreifen, dass du ihnen Befreiung ermöglichst aus ihren inneren Gefängnissen. Von nun an werde ich dich begleiten, damit die Mutlosigkeit keine Macht gewinnt.“

Die Traurigkeit hatte aufgehört zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete verwundert ihre Gefährtin.

„Aber jetzt sage mir, wer bist du eigentlich?“

„Ich“, antwortete die kleine alte Frau und lächelte still, „ich bin die Hoffnung!“

 

 


MODERATIO 2024

Alte Schuhe wirken schäbig

Moderationsausstattung und Moderationsmaterial sowie Raumgestaltung sind die Visitenkarten des Moderators, der Moderatorin. Nur professoinelles Material wirkt pofessionell. Was aber bedeutet in diesem Kontext professionell?

Ein kleines „Moderations-ABC“ vom moderatorenShop-Gründer, Josef W. Seifert

A) Die Moderationsausrüstung

Ein Moderator, eine Moderatorin oder Facilitator, benötigt eine vielseitige Ausstattung, um Gruppenprozesse effektiv zu unterstützen und zu leiten. Hier sind die wichtigsten Elemente: Ein zentraler Aspekt der Facilitator-Ausstattung sind verschiedene Optionen zur Prozess- und Ergebnis-Visualisierung von Themen, Aspekten, Ideen und Ergebnissen, wie etwa:

  • Flipchart: Unverzichtbar für schnelle Notizen und Skizzen… Ein professionelles Flipchart hat einen sicheren Stand, eine robuste Klemmleiste und verstellbare Haltebolzen für gelochtes Flip-Chart-Papier.
  • Pinnwand: Bietet Platz für Moderationskarten und größere Visualisierungen. Professionelle Pinnwände sind leicht und dennoch standsicher. Pinnadeln lassen sich leicht eindrücken und sitzen dennoch sicher.
  • Whiteboard: Ermöglichen flexibles Arbeiten und einfaches Ändern von Inhalten. Whiteboards können als Alternative zu Pinnwand und Flip-Chart genutzt werden. Idealerweise sind sie im Raum beweglich.

Zusätzlich können freie Wand- und Fensterflächen mit Hilfsmitteln wie Postit, Patafix oder Washi Tape zu improvisierten Präsentations- und Moderationsflächen umfunktioniert werden.

B) Das Moderationsmaterial

Folgende Materialien sollten für einen Workshop (und insbesondere für Großgruppenmoderation) in ausreichender Menge vorhanden sein:

  • Flipchartblätter: nicht zu dünn, nicht saugfähig
  • Pinnwandpapier: helle Farbe, reissfest, nicht saugfähig
  • Funktionsfähige Stifte: für das Moderatorenteam und für alle Teilnehmer
  • Pinnnadeln: nicht zu lang, so dass sie die Pinwand nicht durchdringen können!
  • Moderationskarten: Ideal für Brainstorming und das Sammeln und Strukturieren von Themen, Ideen… in hellen, freundlichen Farben

Viele Facilitatoren / Moderatoren reisen sicherheitshalber mit einem eigenen Moderationskoffer, um alle notwendigen Materialien – in Top-Qualität – griffbereit zu haben.

C) Der Moderationsraum

Atmosphäre und Einrichtung
Ein professioneller Moderationsraum sollte ausreichend groß sein. Als Faustregel gilt: Lieber einen Tick „zu groß“, als einen Tick „zu klein!“ Er sollte eine angenehme und produktive Atmosphäre ausstrahlen, möglicht mit Tageslicht. Die Einrichtung sollte Reizüberflutung vermeiden und stattdessen Harmonie und Ruhe fördern, um Kreativität fließen zu lassen. Farben und Möbel spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Sessel sollten – auch bei längerem Sitzen – noch bequem sein.

Technische Ausstattung

Ein professioneller Moderationsraum sollte mit der notwendigen Technik und den erforderlichen Materialien ausgestattet sein:

  • Pinnwände oder digitale Whiteboards
  • Beamer oder große Bildschirme
  • Ausreichend Stifte, Karten und andere Moderationsmaterialien
  • Gute Beleuchtung

Es ist wichtig sicherzustellen, dass alle Teilnehmenden mit der vorhandenen Technik umgehen können oder bei Bedarf Hilfestellung erhalten.

Raumstruktur und Sitzordnung

Die Anordnung der Möbel sollte flexibel sein, um verschiedene Arbeitsformen zu ermöglichen:

  • Platz für Gruppenarbeit
  • Möglichkeit für Präsentationen
  • Bereiche für informellen Austausch

Eine durchdachte Sitzordnung kann die Zusammenarbeit und Kommunikation fördern.

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Grundsätzlich gilt: Optimale Räumichkeiten und professionelles Moderationsequipment fördern nicht nur die Motivation und Kreativität der Teilnehmenden, sie unterstreichen auch die Professionalität der Moderation. Man könnte sagen: Gute Schuhe wirken selbstbewusst, gutes Equipment und Moderationsmaterial auch.

 


© by moderatorenShop.de

 

Graphic Recording in großen Gruppen:
Wieso, weshalb und wozu?

Großgruppenmoderation ist, wie es der Name schon sagt, schlicht die Moderation großer Gruppen, also die Moderation von Gruppen mit mehr als einem Dutzend teilnehmender Personen. Dafür kommen – dem jeweiligen Anlass sowie der angestrebten Zielsetzung entsprechend – spezielle Moderationsmethoden zum Einsatz. Auch in der Moderation großer Gruppen sollen sich alle beteiligen können, sollen alle zu Wort kommen. Eine zentrale Rolle kommt dabei der Visualisierung von Inhalten, Prozessen und Ergebnissen zu. Visualisierung unterstützt die Moderatorin, den Facilitator, bei der Komplexitätsreduktion und Aufmerksamkeitsfokussierung und erhöht die Behaltensquote.

Eine noch relativ neue, optionale, moderationsbegleitende Visualisierungstechnik kann den Nutzen von Visualisierung, auch und vor allem in großen Gruppen, in vielerlei Hinsicht ergänzen und steigern: Graphik Recording.

Graphic Recording

Graphic Recording ist eine kreative Visualisierungsmethode mit der, in moderierten Veranstaltungen, sowohl inhaltliche Beiträge und Kernaussagen als auch Prozesse in Echtzeit, in kreativer Art und Weise, visuell festgehalten werden können. Man könnte Graphic Recording als „Legierung aus Kunst und Protokoll“ bezeichnen oder auch als „Künstlerisches Verlaufs- und Ergebnispotokoll“. Wobei ein visuelles Protokoll ein detailliertes, ausformuliertes Ergebnisprotokoll nicht ersetzt, sondern ergänzt.

Durch Graphic Recording entstehen prozessbegleitend visuelle Notizen, die zentrale Aussagen aus Keynotes, Diskussionen und Beschlüssen sichtbar machen. Es entstehen Flipcharts, Plakate, Poster oder digitale Aufzeichnungen, die am Ende das „Big Picture“ der jeweiligen Veranstatlung in „analoger Sprache“ wiedergeben.

Der Nutzen…

Der Nutzen dieser Zusatzleistung ist dreifach:

A) Im Rahmen der Veranstaltung, können die Teilnehmer und Teilnehmerinnen veranstaltungsbegleitend Erarbeitetes und Erlebtes nochmals „Revue passieren lassen“, also das bereits Geschehene nochmals rational und emotional der Reihe nach durchgehen, die Dinge „setzen lassen“.

B) Im Nachgang können die Erlebnisse und Ergebnisse – ergänzend zu einem „normalen“ Protokoll – präsent gehalten werden. Dazu können etwa Wandposter, Schreibtischunterlagen, Flyer… genutzt werden.

C) Im nächsten Step können (auch) die Graphic-Recording-Protokolle, als Ausgangspunkt für die Weiterarbeit an Themen oder Themenaspekten genutzt werden. Interessant und wertvoll ist dabei vor allem die emotionale Dimension der Dokumentation.

Co-Creation

Die Intensität und Nachhaltigkeit des Graphic Recording, lässt sich zudem dadurch steigern, dass man die Teilnehmenden in den Entstehungsprozess einbezieht. Der „Mitmacheffekt“  bringt Spaß, Freude, Motivation und steigert sowohl das Engagement, als auch die Identifikation mit dem Prozess und den Ergebnissen. Im Einzelnen:

  • Verbesserte Zusammenarbeit: Die aktive Beteiligung der Teilnehmenden fördert eine engere Zusammenarbeit und schafft ein Gefühl der Mitverantwortung.
  • Vielfalt der Perspektiven: Indem die Teilnehmenden ihre eigenen Ideen und Perspektiven direkt einbringen, wird das Graphic Recording zu einem dynamischen Abbild der Vielfalt in der Gruppe.
  • Erhöhte Akzeptanz: Wenn die Teilnehmenden das Gefühl haben, dass ihre Ideen und Beiträge berücksichtigt werden, steigt die Akzeptanz des Graphic Recordings und der Inhalte sowie der Ergebnisse.

Fazit

Graphic Recording bietet die Chance, moderierte Großgruppen-Veranstaltungen lebhafter, „bunter“ und nachhaltiger zu gestalten. Die Kombination von Großgruppenmoderation und Graphic Recording, bietet zudem durch die Integration der Teilnehmenden als Co-Creation-Partner, eine leistungsstarke Möglichkeit, die Zusammenarbeit – während und nach der Veranstaltung – zu fördern. „Co-Creation-Graphic-Recording“ ist ein guter, praxiserprobter Weg, sowohl den Prozess als auch die Nachhatigkeit, nachhaltig zu fördern.


Beratung & Moderation, Training & Coaching:

Themenverantwortlich im MODERATIO-Team sind für…

📍 Großgruppenmoderation: Dr. Monique Lampe

📍 Graphic Recording: Uwe Schettler


© MODERATIO 2024